Windrose

Ein sternförmiges Diagramm, in dem die relativen Häufigkeiten der verschiedenen Windrichtungen dargestellt werden, die an einer Wetterstation oder Sternwarte über einen bestimmten Zeitraum gemessen wurden. Auch die nach Richtung gruppierten Häufigkeiten unterschiedlicher Geschwindigkeitsbereiche können dargestellt werden. Der Prozentsatz, der auf Windstille entfällt, wird in einem Kreis vermerkt, der in der Mitte der Rose eingezeichnet ist. Lange bevor der Wind mit Instrumenten gemessen wurde, entstanden die ersten Windrosen mit den Peilungen der Hauptwinde, die vor allem dazu gedacht waren, Seefahrern die Orientierung auf See zu erleichtern. Alte Windrosen kommen in verschiedenen Kulturen vor und wurden im Laufe der Zeit immer ausgefeilter. In der Antike bezieht sich der griechische Dichter Homer (8. Jahrhundert v. Chr.) in der Odyssee auf eine Rose der vier Hauptwinde (Boreas, Euros, Notos und Zephyros), die nach den vier Himmelsrichtungen angeordnet sind. Der Philosoph Aristoteles (4. Jahrhundert v. Chr.) legte eine Rose mit 8 Peilungen fest, Timosthenes (3. Jahrhundert v. Chr.) eine mit 12, und der römische Architekt Vitruv (1. Jahrhundert v. Chr.) eine mit 24. Die heute verwendete 32-Strich-Rose wurde erstmals auf einer mittelalterlichen Weltkarte dargestellt, die dem mallorquinischen Geografen und Kartografen Abraham Cresques (14. Jahrhundert) zugeschrieben wird, obwohl manche Quellen ihre Erfindung dem ebenfalls mallorquinischen Ramon Llull (ca. 1232-1315 oder 1316) zuschreiben. Die genannte 32-Strich-Windrose umfasst 8 Hauptwinde (vier, die die Himmelsrichtungen markieren, und vier weitere, die seitlichen Winde), 8 Halbwinde (Nebenwinde) und 16 Viertelwinde (quartas).

Verwandte Begriffe: Windrichtung