Brockengespenst
Ein optisches Phänomen, das in der Verlängerung des Schattens eines Objekts – meist des Beobachters selbst – in der der Sonne entgegengesetzten Richtung über einem Wolkenmeer besteht. Meist handelt es sich bei diesem Wolkenbett um die Obergrenze eines Nebels oder einer Stratuswolke, die sich etwas über dem Gelände befindet. Häufig erscheint der obere Teil der menschlichen Silhouette, die das Brockengespenst bildet, von einer Glorie umgeben, was dem Phänomen eine große visuelle Wirkung verleiht. Es verdankt seinen Namen dem höchsten Gipfel des Harzes, in Deutschland, auf 1141 m Höhe. Dort beobachtete der deutsche Theologe und Naturforscher Johann Esaias Silberschalg (1721-1791) bei einer Besteigung im Jahr 1780 verblüfft das von seinem eigenen Schatten erzeugte Brockengespenst und hinterließ die erste bekannte Beschreibung dieses Phänomens.